Mittwoch, 30. März 2011
Not macht erfinderisch
Mein Sohn hat schon immer das Talent, das er mit sämtlichen Aufgaben, die er für die Schule erledigen soll, erst auf den letzten Drücker kommt. Manchmal weiß ich echt nicht, was ich dann machen soll. Auf der einen Seite möchte ich ihn gern mal auflaufen lassen, doch dann wiederum helfe ich ihm, weil ich nicht will, dass er auf Grund fehlender Hausaufgaben eine schlechte Note bekommt. Gestern Abend war es wieder soweit, und er erzählte mir beim Abendbrot essen, das er noch Zahlenkärtchen für Mathe basteln soll. Ich musste tief durchatmen, denn eigentlich geht mein Kind direkt nach dem Essen ins Bett. Noch viel schlimmer war es ja, dass ich im ganzen Haus keine Pappe, oder anderes, kräftiges Papier hatte, um diese Zahlenkärtchen zu basteln. Da fiel mir jedoch ein, dass ich in der Stadt war, und neue Staubbeutel gekauft habe. Die waren zum Teil aus Pappe, und relativ stabil ist dieses Material auch. Mein Sohn lachte, als ich ihm sagte, dass wir beide zusammen die Kärtchen, welche er brauchte, aus diesen Staubsaugertüten ausschneiden. Sicherlich hätte auch ich lieber mit vernünftigem Papier gebastelt, doch ich hatte ja keine andere Wahl, denn alle Geschäfte, wo man hätte noch was kaufen können, waren bereits geschlossen. So mussten wir also das Beste aus dieser Situation machen. Im Nachhinein kann ich jedoch sagen, dass man es nicht erkennt, dass seine Kärtchen für den Mathe-Unterricht aus Staubsaugertüten gemacht sind. Da kann ich nur sagen: Not macht erfinderisch. Ich hoffe nur, dass es mein Kind bald lernt, seine Hausaufgaben in Zukunft rechtzeitig und pünktlich zu machen.
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